{"id":1094,"date":"2018-10-31T15:02:22","date_gmt":"2018-10-31T13:02:22","guid":{"rendered":"https:\/\/anjacohen.nl\/?page_id=1094"},"modified":"2018-10-31T15:02:50","modified_gmt":"2018-10-31T13:02:50","slug":"winterreise-tekst-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/anjacohen.nl\/nl_nl\/winterreise-tekst-2\/","title":{"rendered":"Winterreise – tekst."},"content":{"rendered":"
\u00a0<\/strong><\/p>\n \u00a0<\/strong><\/p>\n \u00a0<\/strong><\/p>\n 1 – Gute Nacht<\/strong><\/p>\n \u00a0<\/strong><\/p>\n Fremd bin ich eingezogen, Ich kann zu meiner Reisen Was soll ich l\u00e4nger weilen, Will dich im Traum nicht st\u00f6ren, <\/p>\n 2- Die Wetterfahne<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Der Wind spielt mit der Wetterfahne Er h\u00e4tt’ es eher bemerken sollen, Der Wind spielt drinnen mit den Herzen <\/p>\n 3 – Gefror’ne Tr\u00e4nen<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Gefrorne Tropfen fallen Ei Tr\u00e4nen, meine Tr\u00e4nen, Und dringt doch aus der Quelle <\/p>\n 4 – Erstarrung<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Ich such’ im Schnee vergebens Ich will den Boden k\u00fcssen, Wo find’ ich eine Bl\u00fcte, Soll denn kein Angedenken Mein Herz ist wie erstorben, \u00a0<\/strong><\/p>\n 5 – Der Lindenbaum<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Am Brunnen vor dem Tore Ich schnitt in seine Rinde Ich mu\u00dft’ auch heute wandern Und seine Zweige rauschten, Die kalten Winde bliesen Nun bin ich manche Stunde \u00a0<\/strong><\/p>\n 6 – Wasserflut<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Manche Tr\u00e4n’ aus meinen Augen Wenn die Gr\u00e4ser sprossen wollen Schnee, du wei\u00dft von meinem Sehnen, Wirst mit ihm die Stadt durchziehen, \u00a0<\/strong><\/p>\n 7 – Auf dem Flu\u00dfe<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Der du so lustig rauschtest, Mit harter, starrer Rinde In deine Decke grab’ ich Den Tag des ersten Gru\u00dfes, Mein Herz, in diesem Bache \u00a0<\/strong><\/p>\n 8 – R\u00fcckblick<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Es brennt mir unter beiden Sohlen, Hab’ mich an jedem Stein gesto\u00dfen, Wie anders hast du mich empfangen, Die runden Lindenb\u00e4ume bl\u00fchten, Kommt mir der Tag in die gedanken, \u00a0<\/strong><\/p>\n 9 – Irrlicht<\/strong><\/p>\n <\/p>\n In die tiefsten Felsengr\u00fcnde Bin gewohnt das Irregehen, Durch des Bergstroms trockne Rinnen \u00a0<\/strong><\/p>\n 10 – Rast<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Nun merk’ ich erst wie m\u00fcd’ ich bin, Die F\u00fc\u00dfe frugen nicht nach Rast, In eines K\u00f6hlers engem Haus Auch du, mein Herz, in Kampf und Sturm \u00a0<\/strong><\/p>\n 11 – Fr\u00fchlingstraum<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Ich tr\u00e4umte von bunten Blumen, Und als die H\u00e4hne kr\u00e4hten, Doch an den Fensterscheiben, Ich tr\u00e4umte von Lieb um Liebe, Und als die H\u00e4hne kr\u00e4hten, Die Augen schlie\u00df’ ich wieder, \u00a0<\/strong><\/p>\n 12 – Einsamkeit<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Wie eine tr\u00fcbe Wolke So zieh ich meine Stra\u00dfe Ach, da\u00df die Luft so ruhig ! \u00a0<\/strong><\/p>\n 13 – Die Post<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Von der Stra\u00dfe her ein Posthorn klingt. Die Post bringt keinen Brief f\u00fcr dich. Nun ja, die Post kommt aus der Stadt, Willst wohl einmal hin\u00fcberseh’n \u00a0<\/strong><\/p>\n 14 – Der greise Kopf<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Der Reif hatt’ einen wei\u00dfen Schein Doch bald ist er hinweggetaut, Vom Abendrot zum Morgenlicht \u00a0<\/strong><\/p>\n 15 – Die Kr\u00e4he<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Eine Kr\u00e4he war mit mir Kr\u00e4he, wunderliches Tier, Nun, es wird nicht weit mehr geh’n \u00a0<\/strong><\/p>\n 16 – Letzte Hoffnung<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Hier und da ist an den B\u00e4umen Schaue nach dem einen Blatte, Ach, und f\u00e4llt das Blatt zu Boden, \u00a0<\/strong><\/p>\n 17 – Im Dorfe<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Es bellen die Hunde, es rasseln die Ketten; Und morgen fr\u00fch ist alles zerflossen. Bellt mich nur fort, ihr wachen Hunde, \u00a0<\/strong><\/p>\n 18 – Der st\u00fcrmische Morgen<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Wie hat der Sturm zerrissen Und rote Feuerflammen Mein Herz sieht an dem Himmel \u00a0<\/strong><\/p>\n 19 – T\u00e4uschung<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Ein Licht tanzt freundlich vor mir her, Ach ! wer wie ich so elend ist, Und eine liebe Seele drin. – \u00a0<\/strong><\/p>\n 20 – Der Wegweiser<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Was vermeid’ ich denn die Wege, Habe ja doch nichts begangen, Weiser stehen auf den Stra\u00dfen, Einen Weiser seh’ ich stehen \u00a0<\/strong><\/p>\n 21 – Das Wirtshaus<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Auf einen Totenacker Ihr gr\u00fcnen Totenkr\u00e4nze Sind denn in diesem Hause O unbarmherz’ge Schenke, \u00a0<\/strong><\/p>\n 22 – Mut<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Fliegt der Schnee mir ins Gesicht, H\u00f6re nicht, was es mir sagt, Lustig in die Welt hinein \u00a0<\/strong><\/p>\n \u00a0<\/strong><\/p>\n \u00a0<\/strong><\/p>\n \u00a0<\/strong><\/p>\n 23 – Die Nebensonnen<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Drei Sonnen sah ich am Himmel steh’n, Ach, meine Sonnen seid ihr nicht ! Ging nur die dritt’ erst hinterdrein ! \u00a0<\/strong><\/p>\n 24 – Der Leiermann<\/strong><\/p>\n <\/p>\n Dr\u00fcben hinterm Dorfe Barfu\u00df auf dem Eise Keiner mag ihn h\u00f6ren, Und er l\u00e4\u00dft es gehen, Wunderlicher Alter ! <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" \u00a0 Winterreise Wilhelm M\u00fcller \u00a0 \u00a0 1 – Gute Nacht \u00a0 Fremd bin ich eingezogen, Fremd zieh’ ich wieder aus. Der Mai war mir gewogen Mit manchem Blumenstrau\u00df. Das M\u00e4dchen sprach von Liebe, Die Mutter gar von Eh’, – Nun ist die Welt so tr\u00fcbe, Der Weg geh\u00fcllt in Schnee. Ich kann zu meiner Reisen […]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1094","page","type-page","status-publish","hentry"],"yoast_head":"\nWinterreise<\/h2>\n
Wilhelm M\u00fcller<\/h3>\n
\nFremd zieh’ ich wieder aus.
\nDer Mai war mir gewogen
\nMit manchem Blumenstrau\u00df.
\nDas M\u00e4dchen sprach von Liebe,
\nDie Mutter gar von Eh’, –
\nNun ist die Welt so tr\u00fcbe,
\nDer Weg geh\u00fcllt in Schnee.<\/p>\n
\nNicht w\u00e4hlen mit der Zeit,
\nMu\u00df selbst den Weg mir weisen
\nIn dieser Dunkelheit.
\nEs zieht ein Mondenschatten
\nAls mein Gef\u00e4hrte mit,
\nUnd auf den wei\u00dfen Matten
\nSuch’ ich des Wildes Tritt.<\/p>\n
\nDa\u00df man mich trieb hinaus ?
\nLa\u00df irre Hunde heulen
\nVor ihres Herren Haus;
\nDie Liebe liebt das Wandern –
\nGott hat sie so gemacht –
\nVon einem zu dem andern.
\nFein Liebchen, gute Nacht !<\/p>\n
\nW\u00e4r schad’ um deine Ruh’.
\nSollst meinen Tritt nicht h\u00f6ren –
\nSacht, sacht die T\u00fcre zu !
\nSchreib im Vor\u00fcbergehen
\nAns Tor dir: Gute Nacht,
\nDamit du m\u00f6gest sehen,
\nAn dich hab’ ich gedacht.<\/p>\n
\nAuf meines sch\u00f6nen Liebchens Haus.
\nDa dacht’ ich schon in meinem Wahne,
\nSie pfiff den armen Fl\u00fcchtling aus.<\/p>\n
\nDes Hauses aufgestecktes Schild,
\nSo h\u00e4tt’ er nimmer suchen wollen
\nIm Haus ein treues Frauenbild.<\/p>\n
\nWie auf dem Dach, nur nicht so laut.
\nWas fragen sie nach meinen Schmerzen ?
\nIhr Kind ist eine reiche Braut.<\/p>\n
\nVon meinen Wangen ab:
\nOb es mir denn entgangen,
\nDa\u00df ich geweinet hab’ ?<\/p>\n
\nUnd seid ihr gar so lau,
\nDa\u00df ihr erstarrt zu Eise
\nWie k\u00fchler Morgentau ?<\/p>\n
\nDer Brust so gl\u00fchend hei\u00df,
\nAls wolltet ihr zerschmelzen
\nDes ganzen Winters Eis !<\/p>\n
\nNach ihrer Tritte Spur,
\nWo sie an meinem Arme
\nDurchstrich die gr\u00fcne Flur.<\/p>\n
\nDurchdringen Eis und Schnee
\nMit meinen hei\u00dfen Tr\u00e4nen,
\nBis ich die Erde seh’.<\/p>\n
\nWo find’ ich gr\u00fcnes Gras ?
\nDie Blumen sind erstorben,
\nDer Rasen sieht so bla\u00df.<\/p>\n
\nIch nehmen mit von hier ?
\nWenn meine Schmerzen schweigen,
\nWer sagt mir dann von ihr ?<\/p>\n
\nKalt starrt ihr Bild darin;
\nSchmilzt je das Herz mir wieder,
\nFlie\u00dft auch ihr Bild dahin !<\/p>\n
\nDa steht ein Lindenbaum;
\nIch tr\u00e4umt’ in seinem Schatten
\nSo manchen s\u00fc\u00dfen Traum.<\/p>\n
\nSo manches liebe Wort;
\nEs zog in Freud’ und Leide
\nZu ihm mich immer fort.<\/p>\n
\nVorbei in tiefer Nacht,
\nDa hab’ ich noch im Dunkeln
\nDie Augen zugemacht.<\/p>\n
\nAls riefen sie mir zu:
\nKomm her zu mir, Geselle,
\nHier find’st du deine Ruh’ !<\/p>\n
\nMir grad’ ins Angesicht;
\nDer Hut flog mir vom Kopfe,
\nIch wendete mich nicht.<\/p>\n
\nEntfernt von jenem Ort,
\nUnd immer h\u00f6r’ ich’s rauschen:
\nDu f\u00e4ndest Ruhe dort !<\/p>\n
\nIst gefallen in den Schnee;
\nSeine kalten Flocken saugen
\nDurstig ein das hei\u00dfe Weh.<\/p>\n
\nWeht daher ein lauer Wind,
\nUnd das Eis zerspringt in Schollen
\nUnd der weiche Schnee zerrinnt.<\/p>\n
\nSag’, wohin doch geht dein Lauf ?
\nFolge nach nur meinen Tr\u00e4nen,
\nNimmt dich bald das B\u00e4chlein auf.<\/p>\n
\nMuntre Stra\u00dfen ein und aus;
\nF\u00fchlst du meine Tr\u00e4nen gl\u00fchen,
\nDa ist meiner Liebsten Haus.<\/p>\n
\nDu heller, wilder Flu\u00df,
\nWie still bist du geworden,
\nGibst keinen Scheidegru\u00df.<\/p>\n
\nHast du dich \u00fcberdeckt,
\nLiegst kalt und unbeweglich
\nIm Sande ausgestreckt.<\/p>\n
\nMit einem spitzen Stein
\nDen Namen meiner Liebsten
\nUnd Stund’ und Tag hinein:<\/p>\n
\nDen Tag, an dem ich ging;
\nUm Nam’ und Zahlen windet
\nSich ein zerbroch’ner Ring.<\/p>\n
\nErkennst du nun dein Bild ?
\nOb’s unter seiner Rinde
\nWohl auch so rei\u00dfend schwillt ?<\/p>\n
\nTret’ ich auch schon auf Eis und Schnee,
\nIch m\u00f6cht’ nicht wieder Atem holen,
\nBis ich nicht mehr die T\u00fcrme seh’.<\/p>\n
\nSo eilt’ ich zu der Stadt hinaus;
\nDie Kr\u00e4hen warfen B\u00e4ll’ und Schlo\u00dfen
\nAuf meinen Hut von jedem Haus.<\/p>\n
\nDu Stadt der Unbest\u00e4ndigkeit !
\nAn deinen blanken Fenstern sangen
\nDie Lerch’ und Nachtigall im Streit.<\/p>\n
\nDie klaren Rinnen rauschten hell,
\nUnd ach, zwei M\u00e4dchenaugen gl\u00fchten.
\nDa war’s gescheh’n um dich, Gesell !<\/p>\n
\nM\u00f6cht’ ich noch einmal r\u00fcckw\u00e4rts seh’n.
\nM\u00f6cht’ ich zur\u00fccke wieder wanken,
\nVor ihrem Hause stille steh’n.<\/p>\n
\nLockte mich ein Irrlicht hin;
\nWie ich einen Ausgang finde,
\nLiegt nicht schwer mir in dem Sinn.<\/p>\n
\n’s f\u00fchrt ja jeder Weg zum Ziel;
\nUns’re Freuden, uns’re Wehen,
\nAlles eines Irrlichts Spiel !<\/p>\n
\nWind’ ich ruhig mich hinab,
\nJeder Strom wird’s Meer gewinnen,
\nJedes Leiden auch sein Grab.<\/p>\n
\nDa ich zur Ruh’ mich lege;
\nDas Wandern hielt mich munter hin
\nAuf unwirtbarem Wege.<\/p>\n
\nEs war zu kalt zum Stehen;
\nDer R\u00fccken f\u00fchlte keine Last,
\nDer Sturm half fort mich wehen.<\/p>\n
\nHab’ Obdach ich gefunden.
\nDoch meine Glieder ruh’n nicht aus:
\nSo brennen ihre Wunden.<\/p>\n
\nSo wild und so verwegen,
\nF\u00fchlst in der Still’ erst deinen Wurm
\nMit hei\u00dfem Stich sich regen !<\/p>\n
\nSo wie sie wohl bl\u00fchen im Mai;
\nIch tr\u00e4umte von gr\u00fcnen Wiesen,
\nVon lustigem Vogelgeschrei.<\/p>\n
\nDa ward mein Auge wach;
\nDa war es kalt und finster,
\nEs schrien die Raben vom Dach.<\/p>\n
\nWer malte die Bl\u00e4tter da ?
\nIhr lacht wohl \u00fcber den Tr\u00e4umer,
\nDer Blumen im Winter sah ?<\/p>\n
\nVon einer sch\u00f6nen Maid,
\nVon Herzen und von K\u00fcssen,
\nVon Wonne und Seligkeit.<\/p>\n
\nDa ward mein Herze wach;
\nNun sitz’ ich hier alleine
\nUnd denke dem Traume nach.<\/p>\n
\nNoch schl\u00e4gt das herz so warm.
\nWann gr\u00fcnt ihr Bl\u00e4tter am Fenster ?
\nWann halt’ ich mein Liebchen im Arm ?<\/p>\n
\nDurch heit’re L\u00fcfte geht,
\nWenn in der Tanne Wipfel
\nEin mattes L\u00fcftchen weht:<\/p>\n
\nDahin mit tr\u00e4gem Fu\u00df,
\nDurch helles, frohes Leben
\nEinsam und ohne Gru\u00df.<\/p>\n
\nAch, da\u00df die Welt so licht !
\nAls noch die St\u00fcrme tobten,
\nWar ich so elend nicht.<\/p>\n
\nWas hat es, da\u00df es so hoch aufspringt,
\nMein Herz ?<\/p>\n
\nWas dr\u00e4ngst du denn so wunderlich,
\nMein Herz ?<\/p>\n
\nWo ich ein liebes Liebchen hat,
\nMein Herz !<\/p>\n
\nUnd fragen, wie es dort mag geh’n,
\nMein Herz ?<\/p>\n
\nMir \u00fcbers Haar gestreuet;
\nDa glaubt’ ich schon ein Greis zu sein
\nUnd hab’ mich sehr gefreuet.<\/p>\n
\nHab’ wieder schwarze Haare,
\nDa\u00df mir’s vor meiner Jugend graut –
\nWie weit noch bis zur Bahre !<\/p>\n
\nWard mancher Kopf zum Greise.
\nWer glaubt’s ? und meiner ward es nicht
\nAuf dieser ganzen Reise !<\/p>\n
\nAus der Stadt gezogen,
\nIst bis heute f\u00fcr und f\u00fcr
\nUm mein Haupt geflogen.<\/p>\n
\nWillst mich nicht verlassen ?
\nMeinst wohl, bald als Beute hier
\nMeinen Leib zu fassen ?<\/p>\n
\nAn dem Wanderstabe.
\nKr\u00e4he, la\u00df mich endlich seh’n
\nTreue bis zum Grabe !<\/p>\n
\nManches bunte Blatt zu seh’n,
\nUnd ich bleibe vor den B\u00e4umen
\nOftmals in Gedanken steh’n.<\/p>\n
\nH\u00e4nge meine Hoffnung dran;
\nSpielt der Wind mit meinem Blatte,
\nZittr’ ich, was ich zittern kann.<\/p>\n
\nF\u00e4llt mit ihm die Hoffnung ab;
\nFall’ ich selber mit zu Boden,
\nWein’ auf meiner Hoffnung Grab.<\/p>\n
\nEs schlafen die Menschen in ihren Betten,
\nTr\u00e4umen sich manches, was sie nicht haben,
\nTun sich im Guten und Argen erlaben;<\/p>\n
\nJe nun, sie haben ihr Teil genossen
\nUnd hoffen, was sie noch \u00fcbrig lie\u00dfen,
\nDoch wieder zu finden auf ihren Kissen.<\/p>\n
\nLa\u00dft mich nicht ruh’n in der Schlummerstunde !
\nIch bin zu Ende mit allen Tr\u00e4umen.
\nWas will ich unter den Schl\u00e4fern s\u00e4umen ?<\/p>\n
\nDes Himmels graues Kleid !
\nDie Wolkenfetzen flattern
\nUmher im matten Streit.<\/p>\n
\nZieh’n zwischen ihnen hin;
\nDas nenn’ ich einen Morgen
\nSo recht nach meinem Sinn !<\/p>\n
\nGemalt sein eig’nes Bild –
\nEs ist nichts als der Winter,
\nDer Winter kalt und wild !<\/p>\n
\nIch folg’ ihm nach die Kreuz und Quer;
\nIch folg’ ihm gern und seh’s ihm an,
\nDa\u00df es verlockt den Wandersmann.<\/p>\n
\nGibt gern sich hin der bunten List,
\nDie hinter Eis und Nacht und Graus,
\nIhm weist ein helles, warmes Haus.<\/p>\n
\nNur T\u00e4uschung ist f\u00fcr mich Gewinn !<\/p>\n
\nWo die ander’n Wand’rer geh’n,
\nSuche mir versteckte Stege,
\nDurch verschneite Felsenh\u00f6h’n ?<\/p>\n
\nDa\u00df ich Menschen sollte scheu’n, –
\nWelch ein t\u00f6richtes Verlangen
\nTreibt mich in die W\u00fcstenei’n ?<\/p>\n
\nWeisen auf die St\u00e4dte zu.
\nUnd ich wandre sonder Ma\u00dfen
\nOhne Ruh’ und suche Ruh’.<\/p>\n
\nUnverr\u00fcckt vor meinem Blick;
\nEine Stra\u00dfe mu\u00df ich gehen,
\nDie noch keiner ging zur\u00fcck.<\/p>\n
\nHat mich mein Weg gebracht;
\nAllhier will ich einkehren,
\nHab ich bei mir gedacht.<\/p>\n
\nK\u00f6nnt wohl die Zeichen sein,
\nDie m\u00fcde Wand’rer laden
\nIns k\u00fchle Wirtshaus ein.<\/p>\n
\nDie Kammern all’ besetzt ?
\nBin matt zum Niedersinken,
\nBin t\u00f6dlich schwer verletzt.<\/p>\n
\nDoch weisest du mich ab ?
\nNun weiter denn, nur weiter,
\nMein treuer Wanderstab !<\/p>\n
\nSch\u00fcttl’ ich ihn herunter.
\nWenn mein Herz im Busen spricht,
\nSing’ ich hell und munter.<\/p>\n
\nHabe keine Ohren;
\nF\u00fchle nicht, was es mir klagt,
\nKlagen ist f\u00fcr Toren.<\/p>\n
\nGegen Wind und Wetter !
\nWill kein Gott auf Erden sein,
\nSind wir selber G\u00f6tter !<\/p>\n
\nHab’ lang und fest sie angeseh’n;
\nUnd sie auch standen da so stier,
\nAls wollten sie nicht weg von mir.<\/p>\n
\nSchaut ander’n doch ins Angesicht !
\nJa, neulich hatt’ ich auch wohl drei;
\nNun sind hinab die besten zwei.<\/p>\n
\nIm Dunkel wird mir wohler sein.<\/p>\n
\nSteht ein Leiermann
\nUnd mit starren Fingern
\nDreht er was er kann.<\/p>\n
\nWankt er hin und her
\nUnd sein kleiner Teller
\nBleibt ihm immer leer.<\/p>\n
\nKeiner sieht ihn an,
\nUnd die Hunde knurren
\nUm den alten Mann.<\/p>\n
\nAlles wie es will,
\nDreht, und seine Leier
\nSteht ihm nimmer still.<\/p>\n
\nSoll ich mit dir geh’n ?
\nWillst zu meinen Liedern
\nDeine Leier dreh’n ?<\/p>\n